Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice

Du fragst dich schon lange, wohin das Spülwasser verschwindet, wenn du den Stöpsel ziehst? Als Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice weißt du darüber und über viele andere Dinge Bescheid. Absperrblasen und Inspektionsroboter gehören dann zu deinem Alltag. Der Beruf ist seit 2002 ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland. Und er ist grün, denn er zählt zu den Umweltschutzberufen.
Nach dem zweiten Ausbildungsjahr triffst du deine Wahl und spezialisierst dich entweder auf den Rohr- und Kanalservice oder auf den Industrieservice. Egal, wofür du dich entscheidest, eines ist sicher: In diesem Beruf kann man mal in andere Welten abtauchen!

Dein Aufgabenbereich

TV-Kanalinspektion: Wer hier an dreckige, dunkle und nasse Arbeitsplätze denkt, liegt in der Regel falsch, denn die Kanalinspektion erfolgt heute meistens mit Hilfe von Spezialkameras, Dichtigkeitsprüfsystemen und ferngesteuerten Robotern. Nur wenn die Technik nicht hilft, geht es mit Spezialkleidung und Licht auf einen sicheren Gang in die Tiefe.

Dichtigkeitsprüfung: Noch alles dicht? Eine wichtige Frage, damit Abwässer nicht das Grundwasser verunreinigen. Du lernst, wie man einen Kanal auf Dichtigkeit prüft.

Kanalreinigung: Ein Hochdruck-Spül-und-Saugfahrzeug wird dein Arbeitsplatz, wenn ein Kanal gereinigt werden muss. Das schwere Spezialgerät putzt nicht nur den Kanal, sondern verwandelt Abwasser in sauberes Wasser!

Sanierung: Ist ein Kanal nicht mehr intakt, muss er saniert werden. Und zwar nicht durch aufwendiges Graben und Buddeln, sondern einfach mit einem „Kanal im Kanal“ und jeder Menge Hightech.

Industrieservice: Abfüllanlagen, zum Beispiel in Brauereien und Molkereien, Tankanlagen oder Pumpanlagen müssen regelmäßig gewartet, gereinigt und desinfiziert werden. Mit den passenden Geräten und deinem Know-how kein Problem.

Deine Vorteile

  • Der Beruf ist wichtig für alle: Ein intaktes Abwassernetz ist ein wichtiger Teil unserer Infrastruktur, der unbedingt funktionieren muss. Somit leistest du einen entscheidenden Beitrag für die Versorgung aller Menschen in der Region.
  • Der Beruf bietet viel Spezialtechnik: Große Maschinen, Spezialfahrzeuge, Roboter oder Inspektionskameras – technisch ist in diesem Beruf so einiges los.
  • Der Beruf bringt frische Luft: Wer kein Schreibtischhocker ist, kommt hier auf seine Kosten. Viel frische Luft und Bewegung sorgen dafür, dass während der Arbeit keine Langeweile aufkommt.

Die Perspektiven

Abwasser und Umweltschutz gehören zusammen. Und Umweltschutz ist extrem wichtig. Darum sind hier qualifizierte Fachkräfte besonders gefragt; und darum wird hier bereits in der Ausbildung ganz gut bezahlt. Danach kannst du dich mit Fortbildungen zu bestimmten Themen weiterqualifizieren. Die nächste Stufe der Karriereleiter ist der/die Techniker*in Umwelttechnik mit Schwerpunkt Wasserver- und -entsorgung. Damit wird die Arbeit dann eher an den Schreibtisch verlegt. Oder du stürzt dich in die Ausbildung zum/zur Meister*in für Rohr-, Kanal- und Industrieservice oder machst eine Ausbildung zum/zur Meister*in für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Städtereinigung. Eine Selbstständigkeit ist in diesem Beruf ebenfalls möglich.

Die Eckdaten

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Berufsschule: Gelsenkirchen

Durchschnittsvergütung:

  • 1. Lehrjahr: 671 – 1018 Euro
  • 2. Lehrjahr: 762 – 1068 Euro
  • 3. Lehrjahr: 803 – 1114 Euro

Mehr Informationen

Über den Beruf der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice gibt es viele Informationen. Hier haben wir ein paar Links für dich zusammengestellt:

– www.berufenet.arbeitsagentur.de
– www.vdrk.de (Verband der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen e.V.)