Seiler*in

Taue, Netze und Seile spielen in unserem Leben eine große Rolle, denn wir brauchen sie überall: Beim Klettern sichert man sich mit Seilen ab, Skifahrer*innen hängen in Liften und Gondeln an dicken Drahtseilen. Vom Schiffstau und dem tonnenschweren Lastenseil im Kran über das Feinseil aus Stahl für die Mikrochirurgie bis hin zum Abschleppseil im Kofferraum – als Seiler*in hältst du die Fäden in der Hand. Jedes deiner Seile muss für seinen Einsatz die entsprechende Festigkeit aufweisen. Je nach Bedarf stellst du sie aus natürlichen Fasern, Chemiefasern oder Stahldraht her – weniger per Hand, vielmehr mithilfe moderner Technik. So arbeitest du häufig mit Verseil- und Seilschlagmaschinen. Das sogenannte Spleißen, also das Verflechten zweier Tauenden, ist für dich nach der Ausbildung eine einfache Übung. In diesem Beruf knüpft Tradition an Technik an – im wahrsten Sinne des Wortes.

Dein Aufgabenbereich

Vorbereitungen:  In einem Beratungsgespräch besprichst du mit deinen Kunden, zu welchem Zweck das Seil eingesetzt werden soll. Dann berechnest du die Länge, Stärke und den Durchmesser und entscheidest, welches Material das richtige ist. Bevor es mit der Herstellung losgeht, stellst du die Verseil- bzw. Seilschlagmaschinen oder Flechtmaschinen entsprechend ein. Das Pflegen, Warten und Reparieren der Maschinen gehört ebenfalls zu deinen Aufgaben.

Seilherstellung: Bereits während der Herstellung der Seile behandelst du diese mit entsprechenden Seilfetten, Öl- oder Bitumenpräparaten oder Imprägniermitteln. Die fertigen Seile misst du nach und prüfst, ob sie den gesetzlichen und betrieblichen Sicherheits- und Qualitätsvorschriften entsprechen.

Seilkonfektion: Abschließend konfektionierst du die fertigen Seile. Das bedeutet, dass du sie einsatzbereit machst. Dazu gehört, sie auf ein bestimmtes Maß abzulängen und sie auf Seiltrommeln zu spulen. Bei Bedarf montierst du die Drahtseile für Seilbahnen oder Taue für Schiffstakelagen vor Ort.

Netzkonfektion: Mit Netzstrickmaschinen stellst du aus den Seilen dann die Netze her. Dafür berechnest du die Maschenzahl der Netze, schneidest Netztücher zu, fügst sie versetzt zusammen und verknotest die Endmaschen. Perfekte Qualität ist ein Muss. Reißfestigkeit, Widerstandsfähigkeit, Elastizität und Tragfähigkeit müssen mit den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsnormen übereinstimmen. Deswegen prüfst du die Netze in allen Stadien der Herstellung.

Deine Vorteile

  • Der Beruf bietet Einblicke: Ob für den Schiffsbau, einen Spielplatz oder Outdooraktivitäten: Deine Seile kommen überall zum Einsatz, wodurch du Einblicke in unterschiedlichste Bereiche bekommst.
  • Der Beruf ist luftig:Bei der Montage arbeitest du viel an der frischen Luft und manchmal geht es auch in größere Höhen, zum Beispiel auf den Mast eines Schiffes.
  • Der Beruf ist technisch: Als Seiler*in hast du täglich mit unterschiedlichen Maschinen und Technik zu tun. Auch dein Faible für Mathematik, Werkstoffkunde, Physik und Chemie lebst du hier voll aus.

Die Perspektiven

Rauf auf das Karrieretau! Als Seiler*in kannst du wie in vielen anderen Handwerksberufen den Meistertitel erwerben. Die Lehrgänge, in denen du dich darauf vorbereitest, dauern in Vollzeit zwei, in Teilzeit vier Jahre. Die Herstellung von Textilien ist dein Ding? Dann wäre eine Weiterbildung zum/zur Techniker*in der Fachrichtung Textiltechnik mit dem Schwerpunkt Textilerzeugung das Richtige für dich. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit oder ein Studium sind als Seilermeister*in möglich. Denk mal darüber nach.

Die Eckdaten

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Berufsschule: Münchberg

Mehr Informationen

Über den Beruf des Seilers/der Seilerin gibt es viele Informationen. Hier haben wir ein paar Links für dich zusammengestellt:
– www.berufenet.arbeitsagentur.de
– www.handwerk.de