Werksteinhersteller*in

Jeden Tag etwas Neues gestalten – das ist im Beruf des Werksteinherstellers (früher: Betonstein- und Terrazzohersteller) fast normal. Denn aus den Materialien können Spülbecken, Fußbodenbeläge und Treppen oder Ornamente für Fassaden, Mauern und Gärten entstehen. Auch die Arbeitsgänge sind  abwechslungsreich. Wenn du über Kraft, solide Mathekenntnisse und einen gewissen Hang zur Genauigkeit verfügst, kannst du hier ein spannendes und vor allem seltenes Handwerk ausüben. Einfach mal weiterlesen und inspirieren lassen!

Dein Aufgabenbereich

Schalungen fertigen: Betonteile brauchen eine Form, in die der flüssige Beton gegossen werden kann. Diese Form wird mit Schalungen oder mit speziellen Gussformen hergestellt. Die Schalungen werden überwiegend aus Holz gefertigt.

Material vorbereiten: Es gibt unterschiedliche Zementsorten, die auch anders gemischt werden. Nachdem die richtige Menge aller Zutaten ermittelt ist, wird die benötigte Mischung angesetzt. Du lernst alle Sorten und Mischvorgänge genau kennen.

Betonteilproduktion: Die angerührte Zementmasse muss zügig  verarbeitet werden. Hier wird schnell und genau gearbeitet. Und dann heißt es: Geduld, denn die Form muss aushärten. Die Betonteilproduktion findet meistens in der Werkstatt statt.

Terrazzoproduktion: Terrazzo besteht aus einer Kalkschicht, in die Steinsplitter dicht an dicht eingebracht werden. Vor allem Fußböden werden daraus hergestellt. Aber auch Spülbecken oder Arbeitsplatten können auf diese Weise in einer Form produziert werden. Beim Terrazzo sind durchaus auch gestalterische Fähigkeiten gefragt, zum Beispiel, wenn verschiedene Steine ein bestimmtes Muster auf dem Fußboden ergeben sollen.

Oberflächenbearbeitung: Die ausgehärteten Betonteile oder Terrazzoböden müssen noch geschliffen, poliert oder versiegelt werden, damit sie schön glatt und gleichmäßig sind. Die Oberflächen können aber auch durch stocken (aufrauen) oder scharrieren (mit Rillen versehen) bearbeitet werden.

Und sonst? Vor der Fertigung kommt das exakte Aufmaß, denn viele Betonteile werden auf Maß gefertigt. Der Einbau der fertigen Betonteile gehört natürlich auch zum Job. Treppenteile müssen gesetzt, befestigt und verfugt werden, ebenso wie Arbeitsplatten oder Fassadenteile. Dafür bist du auf den Baustellen unterwegs.

Deine Vorteile

  • Der Beruf ist abwechslungsreich: Treppenabsätze oder Gartendekoration, Küchenfußboden oder Spülbecken – was immer sich Kunden aus Beton oder Terrazzo wünschen, kannst du fertigen.
  • Der Beruf verbindet Tradition und Moderne: Das Handwerk ist sehr alt: Terrazzoböden wurden schon bei den alten Römern verlegt! Heute wird der Beruf in einigen Teilen noch genauso wie früher ausgeübt, in anderen Teilen kommt moderne Technik ins Spiel. Das Beste aus beiden Welten!

Die Perspektiven

Die Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker*in kann entweder in der Richtung Bautechnik oder in der Richtung Steintechnik gewählt werden. Alternativ zur Technikerfortbildung kannst dich, mit dem Gesellenbrief in der Tasche, auch zur Meisterprüfung anmelden. Nach erfolgreicher Prüfung darfst du dich Betonstein- und Terrazzoherstellermeister*in nennen. Und mehr Geld gibt es natürlich auch. Mit dem Meistertitel in der Tasche steht dann auch der Selbstständigkeit nichts mehr im Wege.

Die Eckdaten

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Berufsschule: Ulm , Ellenburg
ÜLU: Ulm

Mehr Informationen

Über den Beruf des Werksteinherstellers/der Werksteinherstellerin gibt es viele Informationen. Hier haben wir ein paar Links für dich zusammengestellt:
– www.berufenet.arbeitsagentur.de
– www.handwerk.de