Geigenbauer*in

Die Geigen von Antonio Stradivari (1648–1737) werden heute für viele Millionen gehandelt. Er ist wohl der bekannteste Geigenbauer. Es muss ja nicht immer eine Stradivari sein – es könnte auch eine Meyer, Müller oder Schmidt werden. Denn als Geigenbauer*in baust du deine eigenen Geigen, Bratschen, Kontrabässe oder Celli. Meister ihres Faches fertigen für die Stars der Szene wie David Garret oder Joshua Bell. Aber auch, wenn es weniger berühmt zugeht, sind individuelle Aufträge für Geigenbauer*innen die Regel. Ein Beruf, der gutes Gehör, feine Finger und viel Geduld verlangt. Und für den man Geige spielen können sollte.

Dein Aufgabenbereich

Kundenberatung: Sonderwünsche oder Einzelanfertigungen sind hier an der Tagesordnung. Auf die Kunden eingehen, ihre Wünsche verstehen und umsetzen ist unverzichtbar.

Werkstoffauswahl: Sich mit Holzarten und ihren klanglichen Eigenschaften auszukennen ist ein Muss. Da die Lagerung großen Einfluss auf Klangfarbe und Haltbarkeit hat, sind Geigenbauer*innen echte Holzprofis.

Entwurf: Viele Geigenbauer*innen arbeiten nach traditionellen Entwürfen. Bei  Maßanfertigungen müssen diese aber häufig angepasst und dafür präzise Skizzen angefertigt werden.

Holzbearbeitung: Jede Geige besteht aus unterschiedlichen Hölzern, die speziell verarbeitet werden. Drechseln, sägen, hobeln, schleifen, feilen, bohren und vor allem leimen und lackieren gehören zum Geigenbau dazu.

Reparatur und Restaurierung: Noch heute sind originale Stradivaris aus dem 17. Jahrhundert im Einsatz. Das geht nur, wenn sie gut gewartet und repariert werden. Ein wichtiger Aufgabe, die erfahrene Geigenbauer*innen erfüllen.

Und sonst? Um zu wissen, ob die gebaute Geige so klingt, wie sie soll, muss man sie spielen können. Ein präzises Gehör ist unverzichtbar, Geduld und Liebe zum Handwerk ebenso. Denn bei der Geige und ihren großen Verwandten ist alles von Hand gemacht. Auch die Reparatur von Bögen fällt regelmäßig an.

 

Deine Vorteile

  • Der Beruf ist anspruchsvoll: Handwerkliche Präzision, historische Kenntnisse und musikalisches Verständnis fließen hier zusammen, und machen das Arbeiten ebenso abwechslungsreich wie anspruchsvoll.
  • Der Beruf ist musikalisch: Wenn Geigenklänge dein Herz berühren und du auch schon ein paar Jahre selbst den Bogen schwingst, kannst du deine Leidenschaft jetzt auf eine professionelle Ebene bringen.
  • Der Beruf bringt Freude: Ob Hobby oder Beruf – die von dir gebauten Instrumente bringen Menschen zusammen und verbreiten Freude. Schließlich ist Musik die schönste Sprache der Welt!

Die Perspektiven

Als Geigenbauer*in hat man nach der Ausbildung unterschiedliche Möglichkeiten. Zum Beispiel kannst du die  Meisterprüfung machen  oder ein Studium des Musikinstrumentenbaus dranhängen, wenn dein Wissensdrang noch nicht gestillt ist.

 

Die Eckdaten

Ausbildungsdauer: 3 Jahre (entweder dual oder rein schulisch)
Berufsschule: Mittenwald

Mehr Informationen

Über den Beruf des Holzblasinstrumentenmachers/der Holzblasinstrumentenmacherin gibt es viele Informationen. Hier haben wir ein paar Links für dich zusammengestellt:
– www.berufenet.arbeitsagentur.de
– www.handwerk.de
– www.instrumentenbauschule.eu (Schule Mittenwald)